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Besuch der Generalprobe von Richard Wagners „Parsifal“

Dr. Obermayers OPERNKLASSE Goes to Bayreuth!

Die Erfolgsgeschichte der Opernklasse geht weiter: nach dem „Fliegenden Holländer“ und „Siegfried“ hatten wir auch heuer das Privileg – innerlich vorbereitet und ‚gestählt‘ durch ein einjähriges musikgeschichtliches Warm-Up in der Münchener Staatsoper – als Höhepunkt der Saison eine Generalprobe der Richard-Wagner-Festspiele besuchen zu dürfen, diesmal das Bühnenweihfestspiel „Parsifal“, die letzte Oper des Meisters, das 1882 in Bayreuth uraufgeführt wurde, unter dem Dirigat des jüdischen (!) Dirigenten Hermann Levi.

Wagners „Parsifal“

Vorlage für das Libretto, das Wagner selbst verfasste, ist das mittelhochdeutsche gleichnamige Heldenepos des fränkischen Dichters Wolfram von Eschenbach. In ihm trifft der „reine Tor“ Parsival (seine Mutter Herzeloyde isoliert ihn von der Welt und verwehrt ihm eine ritterliche Erziehung, um ihn nicht im Kampf zu verlieren) auf die Gralsritter, deren Führer Amfortas an einer schwärenden Wunde leidet. Erst im dritten Akt wird Parsifal die berühmte ‚Mitleidsfrage‘ („Amfortas, was wirret Dir?“) stellen, die den todkranken Amfortas erlöst. Nach dessen Tod schlüpft Parsifal selbst in die Rolle des Gralshüters.Levistrasse in Bayreuth - gesehen vom Münchenkolleg

 

Die Inszenierung von „Parsifal“ in Bayreuth

Wer jetzt wissen will, was der heilige Gral ist, sollte sich die Inszenierung des US-amerikanischen Regisseurs Jay Scheib selbst ansehen: er entführte uns in eine teils abstrakte, teils von Bildern überbordende Welt und machte es den Zuschauern nicht leicht, im ersten und im dritten Akt eine Gralsburg zu identifizieren. Versöhnend für viele Zuschauer war der sehr bunte, schwul-schwülstig inszenierte zweite Akt, der in Klingsors Zaubergarten spielt, wo Parsifal von Blumenmädchen und später von Kundry verführt werden soll (Originalton G.G: „So ein schönes Bühnenbild habe ich noch nie gesehen!“). Gerade noch rechtzeitig erkennt unser Held die Falle und erobert den heiligen Speer, den Klingsor dem Amfortas heimtückisch geraubt hatte. (Der Speer sieht bei Scheib aus wie eine verbogene Poledance-Stange.)

Umso trüber dann die Atmosphäre der Gralsburg bei Parsifals Rückkehr: Der Schauplatz ist einer Mine für seltene Erden nachempfunden, der Einsiedler Gurnemanz (großartig Georg Zeppenfeld!) klettert aus einem baggerähnlichen Gefährt. Kundry hat eine Doppelgängerin und schläft im Bergsteiger-Zelt. Der Chor drängt sich um einen offenkundig vergifteten See, in dem Amfortas seine Wunde kühlt, u.v.a.m.

Die Sänger, der Chor und das Orchester waren grandios. Der Klang im Opernhaus durch den verdeckten Orchestergraben einzigartig. Doch auch das Publikum, also wir, zeigten uns von unserer besten Seite: hochkonzentriert und ohne Handy-Geklingel verfolgten wir die sechsstündige Oper. (Die reine Spielzeit ca. 4. Stunden, plus 2 einstündige Pausen, Toscaninis Rekord steht bei 4 Std. 48 Min.!) Keine lästigen Übertitel lenkten die Aufmerksamkeit ab (wir hatten ja alle das Libretto gelesen!), und in den Pausen eilten wir zu einem ‚Geheimtipp‘, den nur eingeweihte Wagnerianer kennen.

Das Städtische Münchenkolleg besuchte Parsifal in Bayreuth

Das Städtische Münchenkolleg besuchte Parsifal in Bayreuth.

Blick in die Zukunft

Sollte jetzt jemand wehmütig werden ob des Versäumten, dem sei versichert, dass auch nächstes Jahr Dr. Obermayers OPERNKLASSE weiterleben wird. Wir sind gespannt, welche Überraschungen die neue Spielzeit für uns bereithält, in München, Bayreuth und…?

Also: anmelden, mitkommen, begeistert sein!

Dr. Hans Peter Obermayer, StD